Fährgeschichtes des Sächsischen Raumes

Verfasser: Höbald, Jörg; Otto, Ralf-Peter
Jahr: 2006
Verlag: Glauchau, Buchmanufaktur Gesau
Preis: 13,80 EUR
 
Fährgeschichte des Sächsischen Raumes

Wer kennt sie nicht, die vielen tausend Hochglanzblätter, welche Urlaubs- oder Wochenendziele anbieten? Ob Sie nun am Strand faulenzen, wandern, bergsteigen oder Kulturdenkmale kennenlernen wollen, scheinbar ist jeder noch so ausgefallene Wunsch zu erfüllen, insofern die dafür geforderte Summe aufgebracht werden kann. Für die schönsten Tage des Jahres gehen wir aber dann bis an unsere Grenzen und dies betrifft nicht nur die schnöde Kostenfrage. Vermeintlich gibt es die Sonne nur südlich der Alpen, geschichtliches Flair nur in Ägypten, Griechenland oder Rom. Und wer Romantik auf dem Wasser erleben will, der muß schon zumindest nach Venedig fahren. In der Konsequenz verpacken wir uns in Urlaubsflieger, Reisebusse oder wir ordnen uns in die Wartegemeinschaften auf den Autobahnen in die einschlägigen Tourismusgebiete ein. Dort angekommen, absolvieren Frau, Mann und Kind die Programme, welche der Veranstalter oder der jeweilige örtliche Fremdenverkehrsverein vorgesehen haben.

Was sollen wir auch anderes tun, um die wertvolle Freizeit so zu verbringen, daß wir später in der Kantine, am Stammtisch oder bei ähnlichen Gelegenheiten mit stolz geschwellter Brust berichten können, was wir uns leisten konnten? Ob diese Prozeduren auch in irgendeiner Weise mit praktischer Erholung vom Alltagsstreß in Verbindung standen, bleibt solange zweitrangig, bis der Körper oder die Seele derartigen Dingen ein jähes Ende setzen. Und wieso sollten wir auch nicht günstig buchen, wenn dadurch jeder Winkel dieser Welt kennenzulernen ist? Es mag sein, daß uns die Tourismusindustrie verschiedene Möglichkeiten gibt, schöne Winkel dieser Erde in Momentaufnahmen zu sehen. Bekommen wir aber mehr als nur eine Inszenierung für den zahlenden Touristen? Haben wir uns schon einmal gefragt, woran wir vorbeifahren, wenn wir unserem Ferienflug entgegenhasten?

Von daher empfiehlt dieses Buch seinen Lesern, sich einfach einmal den Urlaub vom Urlaubsstreß zu nehmen. Eine solche Programmatik scheint nun in die alternative Richtung zu führen, die vom Rucksack, den dazugehörigen modischen Schuhen, Isomatten, Bergzelten und der Angst vor Regenwetter bestimmt wird. Wer als Wandervogel mit einem Liedchen auf den Lippen von einem Heuschober zur nächsten Jugendherberge ziehen will, der kann in den nachfolgenden Seiten durchaus Anregungen finden.

Jedoch wenden sich die Tourenvorschläge eher an das Gros der Menschen, die sich oft dem Gedanken tragen, ab und an aus dem gewohnten Trott auszusteigen. Ihnen soll ein Teil der Ängste davor genommen werden, die eigenen Träume in die Tat umzusetzen. Deshalb werden Sie zu einer Reihe kleiner Zeitreisen in die Flusslandschaften des Sachsens und Sachsen – Anhalts eingeladen. Je nach Lust und Laune können Sie dazu die eigenen Füße, das Fahrrad, das Auto, die Bahn, ein Boot, ja sogar Reitpferde und wo es möglich ist ein Fahrgastschiff nutzen, um der Fahrt in die nähere oder weitere Heimatregion wieder etwas von dem abzugewinnen, was früher einmal Reisekultur genannt wurde. Somit soll die Erholung eigentlich schon mit dem Aufbruch beginnen, und jeder soll nach seinem Befinden wählen und zusammenstellen können, egal ob er sich nun jung und dynamisch fühlt oder schon Zeichen eines reiferen Alters spürt. Gleichermaßen findet sich entlang der Routen ein breites Angebot der Gastronomie und der Beherbergung, daß allen Ansprüchen und Einkommenslagen gerecht werden kann.

Die Auswahl der Transportmittel und der kulinarischen Spezialitäten sollen aber nur den Hintergrund dafür bilden, die regionale Geschichte des Erzgebirgsvorlandes, der Mitteldeutschen Toscana, der Sächsischen Schweiz und der Lommatzsch – Döbelner Pflege im wahrsten Sinne des Wortes zu erfahren und zu begreifen.

Von der Arbeitswelt der Fährleute hörten wir schon in der Kindheit, als uns die Eltern oder Großeltern am Abend oft Märchen oder Sagen vorlasen. Danach führte uns die Geschäftigkeit des Alltages eher an den Fährstellen vorüber. Nun wollen wir uns den Luxus gönnen, um in Ruhe entlang der Flußläufe im sächsischen Raum nach den verbliebenen Fähren oder ihren Sachzeugnissen zu suchen. Von den Nahtstellen über die Ströme blicken wir dann auf das Werden der Siedlungen und Menschen an den Ufern, wobei der Genuß über dem geschichtlichen bzw. kulturellen Anspruch steht. Ob wir nun eine ausgelassene Flußfahrt in froher Runde oder die Ruhe am Wasser finden, wird dies keinen Anlaß zur Prahlerei bieten, dafür aber neue Kraft schenken, um den Belastungen des Alltages vielleicht besser entgegenzutreten.

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