Auf den Spuren des jungen
Georgius Agricola

Verfasser: Höbald, Jörg; Otto, Ralf-Peter
Jahr: 2006
Verlag: Glauchau, Buchmanufaktur Gesau
Preis: 12,80 EUR
 
Georgius Agricola, Sachsen

Das 500-jährige Jubiläum des legendären Thesenanschlages durch den Seelsorger und Hochschullehrer Martin Luther in Wittenberg rückt die Umbrüche ganz am Anfang unserer Epoche wieder ins kollektive Bewusstsein. Denn unbestreitbar ist die industriell geprägte Kulturlandschaft des mitteldeutschen Raumes aus jenem Hölzernen Zeitalter hervor gegangen, in der sich die Denk- und Handlungsstrukturen der Menschen rasend schnell veränderten.

Doch die Erinnerung an die Reformation fällt in eine Phase, in der die Menschen immer stärker fühlen, selbst inmitten des digitalen Wandels und der Globalisierung zu stehen. Und dementsprechend groß ist auch die Nachfrage nach Wissen über die Zeitgenossen von Luther.
Dazu gehört natürlich auch Georgius Agricola (1494-1555), der sich wegen seines Festhaltens am römisch-katholischen Glauben eben nicht in den Kreis von Reformatoren des christlichen Gemeindelebens einordnen lässt. Gleichwohl ist der Begründer der modernen Montanwissenschaften einer der vielleicht bekanntesten Universalgelehrten des mitteldeutschen Raumes, die im 16. Jahrhundert wichtige Maßstäbe in der Erfassung von Zusammenhängen und der persönlichen Ausdauer bei der Forschungsarbeit gesetzt haben, welche im heutigen Denken ebenfalls nachwirken.
Deshalb ist einerseits die Verführung groß, die Verdienste des Naturwissenschaftlers gegenüber denen der Reformatoren des christlichen Weltbildes aufrechnen zu wollen. Andererseits scheint es verlockend zu sein, auf die materiellen Vergänglichkeit des Wirkens solcher Persönlichkeiten, wie Agricola, hinzuweisen.

Doch lässt sich so die ganze Vielfalt der gigantischen Umwälzungen entdecken, die sich mit den Begriffen von Reformation und Renaissance verbinden? Und wo bleibt der Spaß am Rückblick darauf, wie die weit entfernten Vorfahren buchstäblich epochalen Veränderungen bewältigten?

Deshalb versuchen die folgenden Zeilen nichts weiter, als mit Agricola einen der etwas anderen Reformatoren kurz vorzustellen. Dem folgt die Einladung, in unserer heutigen Alltagswelt nach den Spuren zu suchen, die die Ereignisse vor rund 500 Jahren hinterlassen haben.
Dabei wird bewusster als bisher darauf verzichtet, oberlehrerhaft alle Sachzeugen anzusteuern und Details zu erklären. Vielmehr soll das Vergnügen im Mittelpunkt stehen, selbst nach Spuren zu fragen. Schließlich ist der Wandel das einzig beständige im Alltag. Oft bleibt aber von der Arbeit früherer Generationen mehr übrig, als der flüchtige Betrachter auf den ersten Blick wahrnimmt. Und heute kann das Objektiv des Smart-Phone und das soziale Netzwerk im Internet durchaus ein Mittel sein, um genauer hin zu schauen.

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