Glauchau Zwickauer Mulde

Verfasser: Höbald, Jörg; Otto, Ralf-Peter
Jahr: 2006
Verlag: Glauchau, Buchmanufaktur Gesau
Preis: 11,80 EUR
 
Glauchau - Zwickauer Mulde, Sachsen

Wer kennt sie nicht, die Diskussionen um einen Sonntagsausflug mit der ganzen Familie? Kaum wird das Thema angeschnitten, prallen die weiblichen, männlichen und kindlichen Interessen aufeinander. So entstehen nicht selten längere Diskussionen, in deren Folge jeweils das eine oder andere Familienmitglied schließlich den Kürzeren zieht. Im Ergebnis quält sich Vati während des Schaufensterbummels sein Lächeln ab, während Mutti in der Automobil oder Lokomotivausstellung auf ähnliche Weise reagiert. Und der Nachwuchs? Nach einer gewissen Zeit wird es ihm langweilig, so daß sich der Bewegungsdrang entweder von selbst Bahn bricht oder der Unmut auf anderem Wege entlädt. In jedem Fall ist dann die Erholung im Eimer!

Von daher wendet sich dieses Büchlein an alle, die freitags oder samstags um den Abendbrottisch herumsitzen, wenn die bisweilen bange Frage gestellt wird: Was tun wir morgen? Wie wäre es denn, einmal nicht bummeln oder in die Kunstausstellung zu gehen, den Fußballplatz oder die Präsentation neuer Automobile links liegen zu lassen und selbst auf das Freizeitcenter oder gar Spaßbad zu verzichten? Wie soll das möglich sein, ohne ein solches Angebot den Sonntagnachmittag so herumzubringen, daß jeder in der Familie seinen Spaß hat?

Hier scheint auf den ersten Blick ein tieferer Griff in die Famlienkasse vonnöten zu sein, damit die ganze Familie bei einem Kurzurlaub wieder Etwas ganz Anderes zu sehen bekommt. Die Wege und Stege vor der eigenen Haustür sind doch alle bekannt und die heimischen Sehenswürdigkeiten waren doch schon der Inhalt längst vergangener Schulwandertage. So haben wir einen festgefügten Eindruck von unserer näheren Heimat und sehen hier immer nur die gleichen Bilder. Dadurch bedarf es vermeintlich hunderter Kilometer Autobahnfahrt oder des Flugzeuges, um interessante Orte kennenzulernen. Im Ergebnis stellt sich schließlich auch die große grüne Langeweile ein, wenn der Wochenendkurztrip einmal ausfallen sollte. Gibt es hier wirklich nichts mehr zu entdecken?

Hand auf‘s Herz, fragt uns ein Besucher, dann können wir durchaus eine Anzahl wichtiger Wirtschaftsstandorte, Sehenswürdigkeiten und geschichtliche Merkzahlen aus der näheren Heimat aufzählen. Wissen wir aber, was sich hinter diesen eingeprägten Daten verbirgt? Haben wir uns selbst schon einmal gefragt, wie aus einem Urwald über hunderte Jahre das Westsächsische Industriegebiet wuchs?

Deshalb möchte dieses kleine Büchlein dazu einladen, an Wochenenden mit der ganzen Familie wieder einmal auf Spurensuche zu gehen. Hier stehen aber nicht die großen Denkmäler geschichtlicher Ereignisse im Mittelpunkt. Vielmehr sollen per Eisenbahn, Fahrrad und auf Schusters Rappen die unbekannten Sachzeugnisse früherer Epochen entdeckt werden. Dadurch führen die einzelnen Ausflüge zu den Zeugnissen der Arbeit und des Alltages einfacher Menschen. Die noch heute sichtbaren Ergebnisse werden dann aber nicht nur aufgesucht, sondern miteinander verbunden. Dabei ist es weniger wichtig, ob diese nun vollzählig oder von besonderem künstlerischen Wert sind. Der Besuch miteinander verknüpfter Stationen soll eher zeigen, wie im Verlaufe einzelner Entwicklungsphasen die jeweiligen Probleme gelöst wurden.

In diesem Zusammenhang werden dann solche Fragen interessanter, wie die nach der Herkunft von Materialien, Brennstoffen oder Versorgungsgütern. Dadurch sind am Ende nicht nur Sachzeugen zu besichtigten, sondern deren Entstehung und Funktion nachzuvollziehen. Somit bietet dann jeder kleine Ausflug eine Art von Zeitreise an, die einen Teil der Entwicklung des Westsächsischen Industriegebietes veranschaulicht.

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